MPU: Was beinhaltet der Test?

Wenn man den Führerschein verloren hat und nun die medizinisch-psychologische Untersuchung ins Haus steht, ist guter Rat häufig teuer. Denn rund um das oftmals als „Idiotentest“ bezeichnete bürokratische Verfahren ranken sich viele Mythen, Gerüchte und Halbwahrheiten. Ich, Rechtsanwalt Leonhard Graßman, zeige Ihnen in diesem Blogbeitrag, wie ein MPU-Test abläuft, mit welchen Fragen im MPU-Test zu rechnen ist und welche Konsequenzen ein etwaiges Nichtbestehen hat.

Wie kommt es eigentlich zu einem MPU-Test?

Vielleicht war es eine feuchtfröhliche Feier, nach der Sie sich trotz besseren Wissens hinter das Steuer gesetzt haben. Vielleicht haben Sie jedoch aufgrund Ihrer rasanten Fahrweise mehr als 8 Punkte in Flensburg bekommen oder sind unter dem Einfluss von bewusstseinserweiternden Substanzen aus dem Straßenverkehr gezogen worden. Ganz gleich wie es dazu gekommen ist – der Führerschein ist weg.

Damit Sie sich rechtzeitig auf die MPU vorbereiten können, die Sperrfrist sinnvoll nutzen und dadurch möglichst rasch Ihre Fahrerlaubnis zurückerhalten, wenden Sie sich so früh wie möglich an mich als kompetenten Rechtsanwalt mit Erfahrung im Verkehrs- und Verwaltungsrecht. Denn in manchen Fällen ist eine MPU gar nicht notwendig, sodass mit einem erfahrenen Rechtsbeistand an Ihrer Seite Sie Ihren Führerschein durch eine schnelle medizinische Untersuchung wiedererlangen.

Nachdem Sie nun den Antrag auf Wiedererlangung der Fahrerlaubnis gestellt haben, hat die Behörde Zweifel angemeldet, ob Sie zum Lenken von Kraftfahrzeugen körperlich bzw. charakterlich überhaupt geeignet sind. Um diese auszuräumen, werden Sie von der Behörde damit beauftragt, ein medizinisch-psychologisches Gutachten vorzulegen.

Damit sind Sie – und nicht entgegen anderer Meinung die Behörde – der Auftraggeber der MPU. Diese Position erlaubt es Ihnen, die Begutachtungsstelle, welche akkreditiert und damit amtlich anerkannt sein muss, selbstständig auszuwählen. Die Führerscheinbehörde leitet Ihren Akt an die ausgesuchte Begutachtungsstelle weiter und legt diesem eine konkrete Frage bei. Diese kann beispielsweise lauten: „Ist zu erwarten, dass Herr/Frau Q erneut unter dem Einfluss von Alkohol ein Fahrzeug im Straßenverkehr lenken wird?“.

Achten Sie darauf, dass das Gutachten nach der Absolvierung des MPU-Tests nur an Sie weitergeleitet wird. Denn sollten Sie ein negatives Ergebnis übermittelt bekommen, können Sie dieses vorerst für sich behalten. Andernfalls hätte die Behörde einen weiteren „Beweis“ für Ihre Untauglichkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr.

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Welche Fragen werden bei einem MPU-Test gestellt?

Der MPU-Test nimmt in etwa 3 bis 4 Stunden in Anspruch. Er gliedert sich in einen medizinischen Teil, einen psychophysiologischen Abschnitt und in ein psychologisches Gespräch. Letzteres kann auf Wunsch auf Tonband festgehalten werden, um spätere Einwendungen belegen zu können. 

Bei der ärztlichen Untersuchung werden Sie durch einen Verkehrsmediziner begutachtet. Sie füllen nicht nur einen Fragebogen über etwaige Erkrankungen aus, sondern sprechen auch über eine eventuelle Medikation oder Suchttendenz. In manchen Fällen kann der Mediziner auch einen Abstinenznachweis anfordern, der mittels Urinscreening oder Haaranalyse erbracht werden kann.

Der psychophysiologische Test stellt eine Form des Reaktions- und Konzentrationstests dar. Ihre Sinneswahrnehmung, Reaktionsschnelligkeit, Reaktionsgenauigkeit und Belastbarkeit werden hierbei unter die Lupe genommen. Die genaue Aufgabenstellung hängt von dem Grund für den Verlust des Führerscheins ab.

Der wichtigste Bestandteil des MPU-Tests ist das persönliche Gespräch mit dem Verkehrspsychologen. Sie unterhalten sich über Ihr Fahrverhalten, über Ihre Einstellung zu Verkehrsregeln und je nach Grund für die MPU auch über Ihren Alkohol- bzw. Suchtmittelkonsum. Auf Basis dieses Gespräches ermittelt der Psychologe, ob Sie Ihr Fehlverhalten, das zum Verlust der Fahrerlaubnis geführt hat, einsehen und bereit sind, Ihr Verhalten in Zukunft entsprechend anzupassen.

Was passiert bei einem negativen Testergebnis?

Sollte die MPU ein negatives Ergebnis zeigen, haben Sie mehrere Möglichkeiten. In manchen Fällen reicht eine Nachschulung aus, um die Begutachtungsbehörde von Ihrer Fahrtauglichkeit vollständig zu überzeugen. Andernfalls ist eine neue MPU – bei der in manchen Fällen weitere konkrete Nachweise angefordert werden können – notwendig.