Ab wann liegt rechtlich gesehen eine Körperverletzung vor?

Eine Körperverletzung liegt immer dann vor, wenn eine Person körperlich misshandelt oder gesundheitlich geschädigt wurde. Das kann einfach oder schwerwiegend geschehen. Dabei erstreckt sich der Tatbestand einer Körperverletzung auf sämtliche Lebensbereiche und kann im täglichen Leben, im Verkehr, im Beruf oder in der Medizin wirksam werden. 

Die Bestrafung für eine Körperverletzung hängt grundsätzlich vom Schweregrad und von der Form der Verletzungen ab. Nicht nur der Akt selbst, auch der Versuch ist strafbar. Wenn Sie mehr erfahren möchten, vereinbaren Sie gerne mit der Kanzlei Rechtsanwalt Leonhard Graßmann einen ersten Termin für eine persönliche Beratung.

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Welche Formen der Körperverletzung gibt es?

Da eine Körperverletzung in ganz unterschiedlicher Form erfolgen kann und zudem auch der Grad der Schädigung verschieden ausfällt, definiert das Gesetz den Tatbestand in folgenden Kategorien. Es gibt die:

  • Fahrlässige Körperverletzung
  • Gefährliche Körperverletzung
  • Schwere Körperverletzung
  • Körperverletzung mit Todesfolge

Neben diesen Formen sind weitere Sonderformen der Körperverletzung bekannt, so die Misshandlung von Schutzbefohlenen, die Verstümmelung von weiblichen Genitalien, die Körperverletzung bei Einwilligung oder die Beteiligung an einer Schlägerei. Für alle Formen fällt das Strafmaß unterschiedlich aus.

Die fahrlässige Körperverletzung

Fahrlässig bedeutet, dass hinter einer Schädigung keine direkte Absicht lag. Daher ist die fahrlässige Körperverletzung die leichteste Form und wird dennoch geahndet. Hier gilt, dass die beschuldigte Person nicht die notwendige Sorgfalt hat walten lassen und dadurch eine andere Person gefährdet und verletzt hat. Die einfache Fahrlässigkeit ist häufig bei Verkehrsdelikten der Fall. Hier wurde nicht willentlich und nicht absichtlich gehandelt. Unterschieden wird dabei noch einmal in eine einfache oder grobe Fahrlässigkeit.

Die gefährliche Körperverletzung

Bei einer gefährlichen Körperverletzung geht es meistens um eine Bedrohung und Verletzung mithilfe einer Waffe oder eines gefährlichen Werkzeugs. Unter diese Rubrik fallen auch Misshandlungen von Schutzbefohlenen, so von kranken oder gebrechlichen Menschen, die Beteiligung an einer Schlägerei oder die Verabreichung von Giften und gesundheitsgefährdenden Stoffen. 

Die schwere Körperverletzung

Bei der schweren Körperverletzung geht es um eine Form der Schädigung, die nachträglich wirksam wird, entsprechend sehr schwere oder dauerhafte Folgeschäden verursacht. Das kann Verletzungen betreffen wie:

  • Blindheit
  • Taubheit
  • Verlust des Sprechvermögens
  • Gedächtnisverlust
  • Verlust von Körperteilen
  • Lähmung
  • Koma 
  • Entstellung

Voraussetzung ist dabei nicht, dass die Schädigungen dauerhaft bestehen bleiben oder das Opfer zum Pflegefall wird. Klingen die Schädigungen ab oder lassen sie sich durch eine Operation beheben, gilt weiter die gefährliche Körperverletzung, die dann aber durch die Reversibilität der Verletzungen das Strafmaß mildern kann. 

Eine weitere Form in dieser Kategorie ist die vorsätzlich gefährliche Körperverletzung, bei der eine Täterin oder ein Täter bewusst die Schädigung einer anderen Person verursacht. Das kann durch Hinterlist, Überfall, durch die Verwendung einer Waffe, durch Gift oder Schadstoffe und andere lebensbedrohliche Handlungen sein.

Die Körperverletzung mit Todesfolge

Diese Form der Körperverletzung ist das schwerwiegendste Delikt. Sie ist beispielsweise dann gegeben, wenn bei einem Verkehrsunfall Menschen ums Leben kommen. Bei der Körperverletzung mit Todesfolge kommt es zum Tod der verletzten Person. Dabei handelt es sich jedoch noch nicht um ein Tötungsdelikt durch Mord oder Totschlag, die differenziert betrachtet und bewertet werden. 

Vielmehr bringen die Täter ihr Opfer in Lebensgefahr, wodurch der Tod die Folge ist, während der Tatbestand eines Tötungsvorsatzes nicht zwingend gegeben ist. Wird beispielsweise bei einer Schlägerei eine Person so verletzt, dass sie an den Schädigungen stirbt, gilt der Tatbestand der Körperverletzung mit Todesfolge.

Welche strafrechtlichen Konsequenzen haben die verschiedenen Formen der Körperverletzung?

Für die Strafverfolgung wird in die objektive und in die subjektive Tatseite unterschieden. Die Aufklärung erfolgt als Drei-Stufen-Modell und setzt sich aus Tatbestandsmäßigkeit, Rechtswidrigkeit und Schuld zusammen. 
Geprüft wird entsprechend, was geschehen ist, ob vorsätzlich gehandelt wurde und inwieweit die Schuld bei der Täterin oder dem Täter liegt. Gesetzlich vorgesehen ist bei Körperverletzung eine Geldstrafeoder Freiheitsstrafe, die zwischen 5 bis 10 Jahren angesetzt ist. Auch der Versuch ist strafbar. Geldstrafen sind in der Regel nur dann der Fall, wenn die Tat zum ersten Mal begangen wird und glimpflich ausfällt, entsprechend ohne Dauerschaden oder Todesfolge. Kontaktieren Sie die Kanzlei Rechtsanwalt Leonhard Graßmann für mehr Informationen.