Illegale Autorennen: kein Fahrspaß, sondern eine Straftat

Autofahrerinnen und Autofahrer und Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer, die an einem illegalen Rennen teilgenommen haben, werden vom Gesetz nicht mehr so sanft behandelt wie früher. Im Jahr 2017 wurde beschlossen, das dieses Vorgehen eine Straftat ist und eben keine einfache Ordnungswidrigkeit mehr. Das bedeutet, dass die Strafen dementsprechend höher ausfallen – auch dann, wenn bei dem illegalen Rennen niemand einen Schaden erlitten hat.

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Was ist unter illegalen Autorennen zu verstehen?

Dem Gesetz nach wird ein illegales Rennen als sogenanntes verbotenes Kraftfahrzeugrennen bezeichnet. Hierbei handelt es sich um einen neuen Paragrafen, der ins Leben gerufen wurde, weil immer mehr Menschen durch Raser oder Raserinnen zu Schaden oder sogar zu Tode gekommen sind. Gerade in Großstädten nahm die Anzahl immer mehr zu. Aus diesem Grund wurde im Bundestag im Juni 2017 darüber diskutiert, wie man diese Situation besser regeln könne. Das Ergebnis war eine starke Strafverschärfung, die mit höheren Strafen einhergeht.

Darüber hinaus wurden in vielen Großstädten Sonderkommission für Autorennen bei der Polizei ins Leben gerufen. Illegale Rennen finden mit dem Auto oder auch mit dem Motorrad statt. Auch ohne einen Unfall verursacht zu haben, können die Fahrerinnen und Fahrer durch diese den Führerschein verlieren, der noch vor Ort entzogen wird. Darüber hinaus werden auch die Fahrzeuge (Pkws oder Motorräder) beschlagnahmt. An einem solchen illegalen Rennen nehmen mindestens zwei Kraftfahrzeuge teil, die bei hoher Geschwindigkeit versuchen, ein Ziel als Erster oder als Erste zu erreichen.

Gerade wenn diese in Innenstädten stattfinden, reicht eine kleine Unaufmerksamkeit und es kommt zu erheblichen Sach- und Personenschäden. Dabei wird unterschieden zwischen Rennen, die nur von einer Ampel bis zur nächsten Ampel durchgeführt werden, und solchen, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich über längere Distanzen messen.

Welche Strafen und rechtlichen Folgen drohen einem Raser/ einer Raserin?

Wie oben bereits erwähnt, legt das Gesetz heutzutage deutlich schärfere Strafen fest, wenn es zu einem illegalen Rennen gekommen ist:

  • Ganz grundsätzlich wird den Teilnehmerinnen oder Teilnehmern dabei die Fahrerlaubnis entzogen.
  • In gravierenden Fällen droht eine Freiheitsstrafe von maximal zwei Jahren.
  • Eine hohe Geldstrafe ist ebenfalls zu erwarten.

Dies gilt übrigens auch für Personen, die ein illegales Rennen ausrichten, und nicht nur für solche, die auch daran teilnehmen. Wer mit zu hoher Geschwindigkeit und deutlich verkehrswidrig fährt, kann den anderen Verkehrsteilnehmer/innen nicht mehr vernünftig ausweichen. Daher handelt es sich dabei um ein fahrlässiges Verhalten, bei dem andere Menschen und eventuell auch Tiere bewusst gefährdet werden.

Werden diese bei dem illegalen Rennen sogar schwer verletzt oder gar getötet, kann eine Freiheitsstrafe von bis zehn Jahren drohen. Darüber hinaus hat der Bundesgerichtshof (BGH) in kürzlich ergangenen Entscheidungen klargestellt, dass im Extremfall auch eine Verurteilung wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe drohen kann, wenn bei einem illegalen Autorennen ein Unbeteiligter ums Leben kommt.